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Gebietsverkehrswacht Selb e.V.

Begebenheiten aus früherer Zeit


Im Jahre 1953 gab es eine „Jugendhöflichkeitswoche“. Während dieser wurden die Kinder und Jugendlichen in den Schulen zu verkehrsgerechtem Verhalten und zur Rücksichtnahme im Straßenverkehr unter dem Motto „Sei höflich und hilfsbereit im Straßenverkehr„ angehalten. Auch fand bereits zur damaligen Zeit eine Verkehrssicherheitswoche in Selb statt, welche unter dem Motto „Fahre vorsichtig! Es lohnt sich, länger zu leben“ stand.

Im gleichen Jahr war eine Woche lang nach einem schweren Verkehrsunfall mit einem Toten auf dem Marktplatz beim damaligen Gasthaus „Lippert“ zur Warnung ein Autowrack aufgestellt und eine schwarze Fahne aufgezogen. Nach jedem Unfall mit Verletzten wurde eine rote Fahne aufgezogen. Dies ging auf die Initiative der Selber Verkehrswacht zurück. Man war der – richtigen! – Meinung, dass man damit zum Nachdenken und zu vorsichtigerem Verhalten anregen kann.

Unter dem 24.12.1954 war in der Selber Zeitung ein Aufruf, unterzeichnet vom Oberbürgermeister der Stadt Selb, dem 1. Vorsitzenden der Verkehrswacht, dem Dekan Marx, dem Stadtpfarrer Fochtner und dem Vorsitzenden des ADAC mit der Überschrift „Friede auf der Straße“ zu lesen, mit welchem die Verkehrsteilnehmer aufgefordert wurden, „dem herrschenden Unfrieden auf der Straße ein Ende zu machen und kameradschaftliches, hilfsbereites und besonnenes Verhalten im Straßenverkehr über die gesetzliche Forderung hinaus sowie vorbildliches und rücksichtsvolles Benehmen anderen Verkehrsteilnehmern gegenüber zu zeigen“ . Wie es weiter heißt: „Um öffentlich zum Ausdruck zu bringen, dass sich die Kraftfahrer ihrer erhöhten Verantwortung im Straßenverkehr stets bewusst sind, werden sie aufgefordert, sich in die Einzeichnungsbücher der Verkehrswacht Selb einzutragen und als äußeres Zeichen einer echten Verkehrsgesinnung die Plakette „Friede auf der Straße„ an ihrem Fahrzeug zu führen.

Am 05.05.1955 war im Selber Tagblatt zu lesen:
„Der Fußgänger gehört nicht auf den Fahrdamm, kommenden Sonntag beginnen die Verkehrserziehungswochen„ und im Text „Du darfst die Fahrbahn erst dann betreten, wenn die Verkehrsampel für dich grünes Licht zeigt (gilt für die Porzellanstädter, wenn sie in die Großstadt kommen)„. Ein sehr deutlicher Hinweis, wie wenig verkehrstechnische Einrichtungen doch zu dieser Zeit noch in der Provinz vorhanden waren.

Im Mai 1955 wurde dann endlich eine seit längerem erhobene Forderung der Verkehrswacht Selb erfüllt: Bürgermeister Schulda nahm die feierliche Einführung der ersten Selber Schülerlotsen in ihren Dienst vor. Mit einem kräftigen Händedruck versprachen die frischgebackenen „Verkehrspolizisten“, der ihnen auferlegten Verpflichtung gerecht zu werden. Seitdem stehen Tag für Tag bei Wind und Wetter unsere Schülerlotsen auf der Straße, um ihre Mitschüler zu sichern. Seit einigen Jahren werden sie von erwachsenen Schulweghelfern unterstützt, die ebenfalls mit viel Idealismus diesen Dienst versehen.

In den Jahren 1954 bis 1956 wurden von Mitgliedern der Selber Verkehrswacht an den beiden Osterfeiertagen jeweils 400 bunte Ostereier an den Ausfallstraßen von Selb an Kraftfahrer verteilt, eine längst in Vergessenheit geratene Aktion.

Dass zur damaligen Zeit recht eigenartige Wege zur Verkehrserziehung gegangen wurden, zeigt ein Bericht des Selber Tagblattes vom 12.09.1958, in welchem es heißt:
“Zur Erziehung der Schnellfahrer hat die Landesverkehrswacht Winkerkellen mit der Aufschrift “50 km/h” herausgebracht. 20 dieser Kellen kommen nach Selb und sollen an bewährte und zuverlässige Kraftfahrer ausgegeben werden. Die Kraftfahrer, die im Stadtgebiet beim Überholvorgang mehr als 50 km/h fahren, sind mit der Kelle auf ihre Verkehrswidrigkeit hinzuweisen. Selbstverständlich muss der betreffende Wagen über einen einwandfreien Tachometer verfügen.“

Im Jahre 1976 wurde nach langem Drängen der Verkehrwacht Selb auf dem Goldberg der erste Verkehrsgarten eingerichtet. Mit sehr bescheidenen Mitteln wurde dort versucht, den Schulkindern verkehrsgerechtes Verhalten beim Fahren mit dem Fahrrad beizubringen.
Erst 1988 konnte dann endlich eine richtige Jugendverkehrsschule an der Schule in Schönwald und 1992 auf dem Parkplatz der Eissporthalle in Selb eine der schönsten Jugendverkehrsschulen in Bayern eingeweiht werden.

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Wappen der Stadt Selb